Nachdem der Kameratest vor ein paar Tagen aufgrund eines kaputten Kabels nicht wirklich erfolgreich war, bin ich heute erneut abgetaucht. Und was soll ich sagen: alles ist bestens, nein, meine Erwartungen sind sogar übertroffen worden. Das Handling des Gehäuses ist wunderbar und die Bildqualität ist beeindruckend - die Riesenkraken können kommen. Wir nähern uns mit grossen Schritten der Abreise und mittlerweile sind auch alle Bestellungen bei mir eingetroffen. Das Shopping hat ein Ende - in den nächsten Tagen beginnt der schleichende, aber unaufhaltsame Prozess des Packens. Ich muss gestehen: das Jucken in den Fußsohlen wird stärker, ein leichtes Scharren der Hufe macht sich bemerkbar. Die letzten Wochen sind doch sehr theoretisch gewesen - nächste Woche wird es endlich ernst.
Dienstag, 31. August 2010
Dienstag, 24. August 2010
Zwei
Der Wald der Selbstmörder. Schneeaffen. Tsunamis. Samurais. Azteken. Klapperschlangen. Riesenkraken. Dampfende Vulkane. Dies sind nur einige der Themen, mit denen wir uns in Japan und Mexiko beschäftigen werden. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, fast täglich stoppt ein freundlicher Kurierfahrer vor meiner Haustür und liefert das ein oder andere Paket ab. Viel ist es allerdings nicht mehr, was noch zur Komplettierung der Ausrüstung fehlt. Deshalb gibt es am dann am Donnerstag einen letzten Kameratest - und zwar unter Wasser. Losgelöst von Zeitdruck und möglichen Schlechtwetterbedingungen möchte ich in aller Ruhe neue Unterwasserlampen und Monitore ausprobieren, denn bei dem geplanten Nachttauchgang mit den Riesenkraken sollte es von technischer Seite keine Überraschungen geben. Blöd nur, dass die Tiere kein Licht mögen...
Donnerstag, 19. August 2010
Drei
Auf der Insel noch ein konspiratives Treffen mit meiner Regisseurin für den Japan-Film aus der "Faszination-Erde"-Reihe. Tja, und dann geht alles ganz schnell. Der Urlaub ist vorbei und in gerade einmal drei Wochen machen wir uns auf die Socken. Und während das ein oder andere Teil aus den USA noch auf sich warten lässt, ist gestern ein großes Paket angekommen: der Espresso ist da. Wie bereits häufiger erwähnt, spielt die mobile Espresso-Maschine eine nicht zu unterschätzende Rolle - der Wohlfühlfaktor ist beeindruckend. Gestern also hat ILLY ein Paket vor die Tür gestellt und heute in aller Frühe habe ich unter Ausschluss der Öffentlichkeit den ersten Geschmackstest durchgeführt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: ich bin wach und lecker ist es auch. Es wird also höchste Zeit, die Espresso-Zeremonie in Japan einzuführen.
Donnerstag, 12. August 2010
Vier
Mallorca. Noch vier Wochen bis zur Abreise nach Japan und ich teste schon mal heimatfremde Temperaturen, Akklimatisierung nennt man das wohl. Denn heiß und feucht wird es sowohl in Japan und in Mexiko sein. Und während ich hier auf der wegen Überfüllung noch nicht geschlossenen Insel sitze, trudeln weiterhin Dreh- und Flugpläne ein. Eine Änderung hier, technische Fragen zum Thema Unterwasser dort. Zwischendurch Pool und Obstsalat. Und das Fertigstellen meines Textes für das "Faszination Erde"-Buch. Die Verschmelzung der jahreszeitlichen Großereignisse ist übrigens auch hier ein Thema, denn der Einkauf im örtlichen Supermarkt erinnert sehr stark an den samstäglichen Vorweihnachtsbummel in der Kölner Innenstadt.
Donnerstag, 5. August 2010
Fünf
Frühjahrsputz im Kameralager und Weihnachten: die Verschmelzung der üblicherweise jahreszeitlich strikt getrennten Großereignisse gelingt im Moment ganz vorzüglich. Nur noch fünf Wochen bis zur Abreise und es wird Zeit, die Grundordnung in meinem Kameralager wiederherzustellen. Die großen Reisekisten werden entrümpelt, zahlreiche Kabel müssen überprüft werden und nebenbei werden kleinere Reparaturen durchgeführt. Gleichzeitig treffen die Päckchen des letzten Onlineshoppings ein. Ein Filter hier, eine Lampe dort - auch wenn ich weiß was drin ist, so hat das Aufreissen der Verpackung mit zittrigen Fingern doch was weihnachtliches und die Freude über kleinste technische Errungenschaften gehört einfach zu diesem Beruf. Übrigens genauso wie Flugpläne: am 08.09. geht es los - seit drei Tagen steht das Abflugdatum fest. Und die aufgeführten Flughafencodes beschreiben beeindruckend unsere Kontinentalsprünge: Deutschland, Japan, Mexiko, Deutschland. Und Mallorca - da geht es nämlich morgen hin...Kräfte sammeln.
Samstag, 31. Juli 2010
Sechs
Die ersten Ablaufpläne flattern in meine Mailbox, Telefonleitungen werden vorgewärmt, hektisch durchstöbere ich bei letzten virtuellen Shoppingtouren die filmtechnischen Abteilungen des World Wide Web: in sechs Wochen starten wir mit den Dreharbeiten für zwei weitere Staffeln "Terra X - Faszination Erde". Den Auftakt bildet Japan, von dort im geht es ohne Pause direkt weiter nach Mexiko. Ein straffes, aber spannendes Programm erwartet uns. Und das nicht nur zu Beginn: Israel, Jordanien, Türkei, Indien und Südafrika stehen auf dem Programm - langweilig wird es ganz bestimmt nicht in den kommenden Monaten. Aber bis es soweit ist, habe ich noch so einiges zu erledigen. Und davon soll hier in den nächsten Wochen die Rede sein.
Donnerstag, 22. Juli 2010
Charlie Browns Erben
Rotunterlaufene Augen; Hände, die immer wieder die eigene Stirn massieren und die Arme gespickt mit einfachen, selbstgestochenen Tatoos. Als wir Ric O'Barry an der dänischen Nordseeküste treffen, macht er einen erschöpften, rastlosen Eindruck. Kein Zweifel: der Mann ist müde. Ununterbrochen meldet sich sein Handy und vermeldet den Eingang neuer Emails. Ein Termin jagt den nächsten: "Die Bucht", der Oscarprämierte Dokumentarfilm über das massenhafte Abschlachten von Delfinen in Japan, erregt weltweit große Aufmerksamkeit. Ende der 60er Jahre beendet der Delfinflüsterer seine Mitarbeit bei der TV-Serie "Flipper", nachdem das Delfinweibchen "Cathy" in seinen Armen verendet. O'Barry wird zum engagierten Tierschutzaktivisten und Charlie Brown ist der erste Tümmler, der 1970 in einer Nacht- und Nebelaktion von ihm befreit werden soll. Er kämpft gegen den weltweiten Delfinhandel, befreit immer wieder Tiere aus Delfinarien, landet regelmäßig im Gefängnis. Und dann kommt er nach Taiji. In dem kleinen verschlafenen Fischerdorf an der japanischen Südküste wird er Zeuge der größten Delfinschlächterei der Welt. Jahr für Jahr werden zwischen September und März an die 2000 Tiere gefangen. Die vielversprechendsten Exemplare werden lebend zu einem Stückpreis von 30.000$ verkauft. Der Rest wird abgeschlachtet - Stückpreis: 600$. Immer wieder muss O'Barry verzweifelt mit ansehen, wie sich das Wasser der Bucht blutrot verfärbt. Aber im Jahr 2003 ist es dann endlich soweit: die Vorbereitung für einen beeindruckenden Dokumentarfilm beginnt. Eine kleine Crew von Spezialisten dreht unter größter Gefahr für Leib und Leben kistenweise Material und bringt im Herbst 2009 "Die Bucht" in die Kinos. Ein Mann, der durch seine Tätigkeit als Tiertrainer wesentlich an Gründung und Erfolg des Delfingeschäfts beteiligt war, hat es sich zur Aufgabe gemacht, dieses wieder zu zerstören: am 1. September ist er erneut in Taiji - wenn die Japaner ihn lassen.
VOX zeigt "Die Bucht" am 11.09. im Rahmen des "Blue Day".
Dienstag, 20. Juli 2010
Frühstück an der Nordsee
Mittwoch geht es los. Ab ins Auto Richtung Norden. Dann noch ein kleines Frühstück am Donnerstag und schon treten wir eine persönliche Zeitreise an. Im Rahmen des "Blue Day" bei VOX (11.09.2010) drehen wir mit niemand geringerem als Mr. Delfintrainer persönlich: Ric O'Barry. In den 60er Jahren war er der Trainer von Flipper, genauer gesagt von den fünf Delfinen, die als Flipper in der Fernsehserie eingesetzt wurden. Als eines der Delfin-Weibchen starb, entschied sich O'Barry, die Seiten zu wechseln und schwor Rache - vom Delfinflüsterer zum äußerst aktiven Tierschützer.
Mittwoch, 14. Juli 2010
Bücherwurm
So sieht es also aus, das neue Buch von Dirk Steffens. Besser gesagt: so wird es aussehen, wenn es am 01.11.2010 erscheint. Aber wer mit Geduld nicht gesegnet ist und Dinge lieber sofort erledigt, kann das 224 Seiten zählende Werk bereits jetzt schon bei Amazon vorbestellen. Und wer dann mit zittrigen Fingern das Buch aufschlägt und genau hinschaut, wird nicht nur einige Fotos, sondern auch einen Textbeitrag von mir vorfinden - Thema: ein Drehtag für "Faszination Erde" aus der Sicht eines Kameramannes.
Dienstag, 6. Juli 2010
Punktlandung
Alles verläuft nach Plan - die USA interessieren sich in keinster Weise für Ausreisemodalitäten, der Check-in geht zügig voran. Mein Umfeld im Flieger ist, sagen wir, gewöhnungsbedürftig und auch das Unterhaltungsprogramm hält sich in Grenzen. Der Mantel des Schweigens liegt schwer über den mehr als zweifelhaften Errungenschaften der Bordküche. An Schlaf ist leider nicht zu denken. Aber: einem nicht enden wollenden Flug folgt die Punktlandung in die Glückseligkeit. Pünktlich am Samstag um 16.00 sitze ich mit Gleichgesinnten vor dem Fernseher - die Strapazen der letzten 24 Stunden sind vergessen.
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