Morgens noch schnell mit Schnappi drehen, mittags die Klamotten packen und los geht's. Das Ziel: Hurghada. Die Mission: Nachttauchen. Das Versprechen unseres Guides: die Fahrt dauert nicht länger als 5 Stunden. Auf keinen Fall mehr. Naja, vielleicht auch 6. Allerhöchstens. Dann aber auch mit gemütlicher Teepause. Inchallah. Aber Allah will nicht: nach 500km, 2 Gebetspausen unseres Fahrers mitten in der Wüste (die erste haben wir aus Versehen als Pipi-Pause genutzt), 12 Polizei-Checkpoints und hunderten Bodenwellen (2 davon leider übersehen - ich habe immer noch Kopfschmerzen) erreichen wir erst nach knapp 11 Stunden Fahrt morgens um 01.30Uhr Hurghada. Das nachts alle Katzen grau sind, hilft leider wenig: dieser Ort ist hässlich - ein Albtraum aus 1001 Nacht. Nach nur wenigen Stunden Schlaf geht es mit dem Tauchboot raus zum Riff.
Erst ein Testtauchgang, dann die Vorbereitung für unser eigentliches Ziel: den Nachttauchgang. Eigentlich wissen wir gar nicht so genau, was uns erwartet. Wir sind auf der Suche nach fluoreszierenden Korallen - viele haben das vor uns noch nicht gemacht. Wir tauchen ab in absolute Dunkelheit. Nur das Mondlicht tanzt auf der Oberfläche und hilft uns ein wenig bei der Orientierung. Mit grosser Neugier nähern wir uns dem Riff. Korallen brauchen Sonnenlicht zur Photosynthese, aber nur eine bestimmte Menge. Das überflüssige Sonnenlicht wird gespeichert und nachts wieder freigesetzt - voila, Fluoreszenz. Und wir schaffen es tatsächlich, diesen Vorgang mit einer speziellen Filterkombination sichtbar zu machen. Quietschgrün leuchten die Korallen in meiner Kamera - ein irrer Anblick, bei dem auch wir leises Freudenquietschen von uns geben...dafür hat sich sogar die Anreise nach Hurghada gelohnt.
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