Sonntag, 19. Dezember 2010

In der Ruhe liegt die Kraft

Aufstehen, ein schnelles Frühstück, Kisten wuchten, in den Bus klettern - und fahren. Stundenlang. Wochentage verschmelzen, wir kleben fest im Raum-Zeit-Vakuum. Seit fast 14 Tagen reisen wir nun durch Indien, die 1.000 Songs auf meinen MP3-Player sind gehört. Rein in den Bus, raus aus dem Bus, drehen, rein in den Bus, raus aus dem Bus, schlafen. Überhaupt: gestern und morgen sind das Gleiche, in Hindi gibt es dafür tatsächlich nur ein Wort - es zählt nur das Jetzt. Und das ist heute ganz schön gross. Und glücklicherweise die Entspannung in Person. Bei Temperaturen um die 35℃ lässt sich der Gute in aller Ruhe   
schrubben und bricht sich in den kurzen Pausen einfach ein Stück Baum ab. Er geniesst das kühle Nass ganz offensichtlich, wir dagegen haben unter der prallen Sonne mächtig zu leiden. Allerdings wollen wir auch nicht rein ins Wasser - da schwimmen nämlich so komische Sachen drin rum. Also schwitzen wir fleissig vor uns hin, immer schön unter den neugierigen Blicken der üblichen Zaungäste. Wir sind zwar abseits der öffentlichen Wege im Buschland unterwegs, dennoch sammelt sich schnell eine grössere Gruppe interessierter 
Beobachter. Die uns morgen aber wahrscheinlich schon wieder vergessen haben werden, denn gestern ist ja schließlich morgen und Zeit spielt nur eine untergeordnete Rolle. Zumindest in Indien. Wir aber werden uns wohl noch eine Weile mit Freude an diesen wunderbaren "Drehtag mit Elefant" erinnern. Und das bestimmt nicht nur wegen des Raum-Zeit-Vakuums.

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