Das Murmeltier lässt wieder grüssen: jeden Morgen das gleiche Ritual. Wie von Geisterhand geschoben rollt der vollgepackte Gepäckwagen durch die Hotellobby, der zierliche Porter verschwindet völlig hinter einem Berg aus Kisten und Koffern. Die Frage nach unserem Check-Out liegt auf der Hand und die Enttäuschung ist dem armen Kerl ins Gesicht geschrieben - nein, wir kommen heute Abend wieder, wir nehmen nur das Tagesbesteck mit. Hotels, Flughäfen, Boote - unser Erscheinen löst ameisenartiges Gewusel aus, hilfsbereite Hände greifen so schnell zu, dass wir bald den Überblick verlieren. So auch geschehen am Taal Vulkan, dessen Krater wir drehen wollen. Als wir das Boot verlassen, sind wir bereits klatschnass, Wind und Wellen haben kaum eine trockene Stelle am Körper übrig gelassen.
Doch die Konsistenz der Nässe auf der Haut soll sich bald ändern - knappe 800 Höhenmeter bei 35℃ und 80℅ Luftfeuchtigkeit. Es gibt keine Strasse, nur ein ausgetretener Pfad führt uns durch ein ärmliches Dorf Richtung Kratersee. Neben der Teilen der Ausrüstung findet sich auch das ein oder andere Teammitglied auf einem Pferd wieder - ich wähle den Fußmarsch. Der Schweiß läuft sturzbachartig, 400m rauf, 400m runter. Am See finden sich viele Risse, durch die kochendheisser
Dampf aus dem Erdinneren gedrückt wird. Mit Schwefeldioxid angereichert ergeben sich schwierige Arbeitsbedingungen - es erinnert an einen aufgeheizten Ofen, in dem man keine Luft mehr bekommt. Der Taal ist gewissermaßen ein "Jederzeit-Vulkan". Ein Ausbruch ist jederzeit möglich, schwer vorhersehbar und wird als höchst gefährlich eingestuft. Folglich leert sich das Set zügig, kaum das wir mit dem Dreh fertig sind. Thorsten nimmt Platz auf seinem Dienstpferd und lässt sich gemütlich den Berg hochschaukeln. Bis, naja, bis das Tier es nicht mehr ganz alleine schafft und mit tatkräftiger Unterstützung vieler
fleißiger Helferlein bergauf geschoben wird. Die Kamera ist als Übergepäck offensichtlich einfach nicht geeignet - viel zu schwer.



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