Donnerstag, 26. November 2009

Sitzfleisch & Schweinegrippe





Es ist schon erstaunlich: immer wieder lassen wir uns auf Neues ein, erfahren fremde Kulturen und essen Dinge, deren Existenz wir bislang verdrängt haben. Regelmäßig finden wir unerwartete Situationen vor, auf die wir flexibel reagieren müssen - und das mit jeder Menge Spaß. Aber ganz ohne Konstante geht es nicht: die Sitzordnung spielt in unserem Reiseleben eine nicht zu unterschätzende Grösse. Einmal Platz genommen, gibt es kein Zurück mehr. Sei es im Restaurant, im Auto oder auf dem Boot. Alles und jeder hat seinen Platz - Ausnahmen gibt es nicht...so will es das Gesetz der Viersamkeit. Oder auch der Dreisamkeit: Schweinegrippe in Uganda...Dirk hat's erwischt. Und auch fast schon wieder überstanden. Montag ging es bei ihm los und heute haben wir den ersten ernsthaften Drehtag. Mit dem Boot geht es zu den Wasserhyazinthen.


Und weil jeder seinen Platz hat, fordert der kleine aufgeschnittene Kanister John zum Wasserschöpfen auf - er übernimmt die Aufgabe gerne und hat auch alle Hände voll zu tun. Dirk macht es sich bei unseren Bootsführern gemütlich und wartet auf seinen Einsatz. Und der kommt: wir klettern in ein kleines, von Blutegeln eingenommes und nicht wirklich dichtes Holzboot. In praller Sonne paddeln wir an einen Hyazinthenteppich und schwitzen schwankend vor uns hin. Diese Teppiche treiben mit der Strömung, sind nicht verwurzelt und verdoppeln ihre Grösse innerhalb von 14 Tagen. Nach einem Jahr ist der See vollständig bedeckt - zumindest in der Theorie...mit Hilfe von Käfern bekämpft, findet man immer weniger dieser Pflanzen auf dem Victoriasee. Und auch immer weniger Filmcrews - wir sind fertig für heute...Dirks Virus lässt grüßen.

1 Kommentar:

  1. Das hört sich nicht gerade verlockend an, aber dennoch beneide ich Euch, Die Plagen sind hinterher schnell vergessen, aber was bleibt, sind Erinnerungen an Erlebnisse, die einem normalen Touristen nie zu Teil werden können, denn bei Eurer Tätigkeit wird etwas geschaffen, was Millionen Menschen später sehen und miterleben können, die sonst nie in Ihrem Leben so etwas zu sehen bekämen (mich eingeschlossen).
    Also, lasst Euch beglückwünschen, aber seid auch dankbar für diese wunderbaren Gelegenheiten,
    die Euch das Leben bietet, es ist ein GESCHENK und schon gar nicht selbstverständlich.
    H.M.Siery

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