Samstag, 26. Juni 2010

Big Pete und der Traum vom Schnee

Wenn Big Pete morgens auf seiner marineblau glänzenden Harley zur Arbeit fährt, geht ihm das Herz auf. Und das liegt nicht nur an seinem wunderbar klingenden Zweirad. Pete ist nicht nur ein Kerl wie ein Baum, vor allem ist er Chef eines der größten  Bauwerke der USA: dem Hoover Damm. 1935 erbaut und am Colorado River gelegen, stellt er auch für Las Vegas die lebensnotwendige Wasserversorgung sicher. Pete gerät ins schwärmen, wenn er über "seinen" Damm spricht: ein Superlativ jagt den nächsten und er lässt es sich nicht nehmen uns persönlich in das Herz seines Arbeitsplatzes mitzunehmen. Der Damm ist nicht nur ein Bauwerk - er ist von Anfang an für die Öffentlichkeit 
geplant gewesen und überrascht mit hochwertiger Innenausstattung: Marmorböden, Edelstahlhandläufe und Messingarmaturen erinnern nicht an schwedische Innenarchitekten. Es fällt schwer sich vorzustellen, unter welchen Bedingungen vor 75 Jahren Gänge und Tunnel in den Fels getrieben wurden. Mit einem Aufzug geht
es rasend schnell in die Tiefe, wir durchqueren einen kühlen Tunnel und gelangen in Big Petes Heiligtum: die Halle der Generatoren. Ein bißchen erinnert das Ambiente an die alten James Bond Filme. Der Hoover Damm unterliegt Sicherheitsstufe 1, gleichauf mit dem Weißen Haus und Pete beschreibt stolz die unglaubliche Leistung von Mensch und Maschine. Auch wenn im Gegensatz zu seinen Generatoren nicht alles rund läuft. Denn der  See, aus dem der Colorado River das Wasser bezieht, verliert dramatisch an Wasser. Lake Mead hat über die letzten Jahre fast 60m Wasserspiegel eingebüßt. Das liegt zum einen an der hitzebedingten
Verdunstung und zum anderen an dem gestiegenen Verbrauch, denn Las Vegas wächst unaufhörlich. Deshalb träumt Big Pete von Schnee in den Bergen, damit der Pegel des Lake Mead wieder steigt. Neugierig machen wir uns auf die 90 Meilen lange Strecke um den See. Das Thermometer klettert bis auf 45Grad, die Klimaanlage im Auto kommt an ihre Grenzen. Deutlich sehen wir die Austrocknung und hin und wieder passieren wir verlassene Bootsanleger - wo kein Wasser, da kein Boot. Immerhin haben wir genug Wasser 
dabei - fast schon zuviel. Doch wenn man am wenigsten damit rechnet, steht irgendwo in der Wüste ein Klo. Danke.



2 Kommentare:

  1. ...mit bestimmt angenehmen 60+ Grad innertoilettlich...
    Lieben Gruß, Kristina (auf dem Weg zum Baggersee, hier ist auch mal Wetter)

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  2. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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