Gemütlich schaukeln wir durch den morgendlichen Verkehr Cuscos, bereits früh tummelt sich das Chaos auf den Straßen. Die dünne, mit Benzin angereicherte Luft erschwert das durchatmen und wir sind erleichtert, die Stadt hinter uns zu lassen. Die Tasche voll mit Medikamenten, den Drehplan voll mit schönen Motiven, so wollen wir durch den Tag. Schwächelnde Beine, die Kurzatmigkeit als Kletterkumpan - auch unser erster Drehort soll daran nichts ändern. Das riesige Inka-Lab Moray wurde vor etwa 600 Jahren angelegt. In der landwirtschaftlichen Versuchsanlage haben die Inkas durch die terrassenförmige Anordnung mehrere Klimazonen simuliert und konnten so die besten Bedingungen für das Pflanzenwachstum herausfinden. Ganz schön clever. Und als leckere Fleischbeilage und somit Proteinlieferanten gab es (und gibt es bis heute) Meerschweinchen. Ich gestehe, nach den höhenkränkelnden letzten 24 Stunden ist Nahrungsaufnahme nicht so mein Thema - meine Konzentration gilt dem Aufstieg aus dem Kessel und der damit verbundenen
Sauerstoffzufuhr. Aber der Atem stockt nicht nurangesichts der körperlichen Betätigung. Es macht Spaß, durch diese Landschaft zu fahren. Mein Körper entspannt sich allmählich, die ein oder andere kurze Pause beim Arbeiten hilft.
Auch in Maras. Es ist heiß, als wir bei den Salinen auf 3000m Höhe ankommen. Richtig heiß. Dies ist neben dem salzhaltigen Quellwasser aus den Bergen der Grund, warum hier bis zu 5000 Tonnen Salz im Jahr gewonnen werden können. Aber es ist nicht nur heiß: schnell wird uns klar, dass wir neben Höhe und Hitze noch mit einer weiteren Naturgewalt klarkommen müssen: Touristen. Da sind zum Beispiel die giggelnden Kreischer, die in den Sprachen dieser Welt ihre Familien grüßen möchten, sobald sie eine Kamera sehen. Oder auch die Sockentragenden Sandalisten, die, bewaffnet mit Kamera und Fotoapparat das eine oder andere Beratungsgespräch mit uns suchen. Um uns zu beraten. Aus nachvollziehbaren Gründen der Prophylaxe legen wir alsbald mit den Dreharbeiten los, die Mitarbeiter der Salzpfannen erweisen sich als hervorragende Touristendompteure - alles klappt wie am Schnürchen. So still war es wahrscheinlich schon lange nicht mehr in Maras. Dafür gibt es als Dank doch glatt ein kleines Privatkonzert.




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