Es ist schon seltsam: seit Jahren begegnen uns auf unseren Reisen immer wieder die gleichen Fragen. Welche Auswirkung hat der Jetlag auf den menschlichen Körper? Muss ich das essen? Und warum ist Drehbeginn schon um 06.30Uhr? Natürlich stoßen wir regelmäßig auf Antworten, auch wenn sie gelegentlich unbefriedigend ausfallen. Eine Frage aber blieb stets unbeantwortet und löste ein Gefühl der Leere aus, erfüllte uns mit großer Ratlosigkeit. Und offensichtlich muss man bis ans Ende der Welt reisen, um endlich die Mutter aller Fragen, eines der großen Rätsel unserer Zeit beantworten zu können: Haben Silikon-Implantate Auftrieb? Schwimmen sie an der Oberfläche? Zugegeben, es gibt auf der Welt dringendere Fragen - aber auch spannendere? Na also. Dabei ist die Antwort so einfach, wir haben sie nur all die Jahre nicht GESEHEN. Am letzen Abend auf Yap aber ist es soweit. Im Pool tummeln sich einige Hotelgäste, genießen ihr Bier, erzählen von ihren Taucherlebnissen. Das Wasser im Becken ist etwa 1.70m tief, die Anwesenden können gut darin stehen. Unter ihnen befindet sich auch eine etwa 60jährige Amerikanerin, deren entspannte und aufrechte Körperhaltung unsere Aufmerksamkeit erregt. Nein, nicht auf den ersten Blick. Es dauert einen kleinen Moment, bis das Hirn die dazugehörigen Bilder liefert: Klick... Am Abend zuvor stehen wir gemeinsam mit ihr an der Bar... Klick... Wir müssen auf sie herab blicken, ihre Körpergrösse rangiert im Bereich von geschätzten 155cm, ganz im Gegensatz dazu steht ihre deutlich unproportional zur Körpergrösse vergrößerte Oberweite... Klick. Pause. Nachdenken. Und dann ungläubiges Staunen, als wir begreifen, dass ihre Füsse den Boden nicht im Ansatz berühren - da fehlen mindestens 15cm - sondern sie lediglich von ihrem Busen an der Oberfläche gehalten wird. Wie ein Korken dümpelt sie im Becken, bentutzt ihre Arme lediglich zur Blickrichtungsbestimmung. Aber nicht nur das: Die Gewichtsverteilung sorgt sogar für eine absolut aufrechte Körperhaltung. Für einen Moment befürchten wir, mit grossen Augen ertappt zu werden. Aber auch wir bewahren Haltung, schlendern unschuldig dreinblickend am Geschehen vorbei und fühlen uns doch ein kleines bisschen wie Hercule Poirot - schließlich haben wir gerade eines der letzten großen Geheimnisse gelüftet... Obwohl: Wie reagiert Silikon eigentlich auf die Druckverhältnisse beim Tauchen? Hmmm.... Die Antwort muss aber noch etwas warten, denn in ein paar Stunden landen wir in Frankfurt und dann geht es mit wehenden Fahnen nach Hause. In den vergangenen Wochen sind wir nie schneller als 40 gefahren...Autobahn, wir kommen...
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