Geschmeidig bewegen wir uns durch den Dschungel Panamas. Immer schoen dick eingepackt, schliesslich kreucht und fleucht hier das ein oder andere unangenehme Kleingetier - Milben, Muecken, Spinnen und andere quaelende Zeitgenossen. Trotz fast schon unanstaendiger Temperaturen: dickes Schuhwerk mit fetten Socken ist Pflicht. Die hohe Luftfeuchtigkeit fordert ihren Tribut - sturzbachartig fliesst der Schweiss, eigentlich muesste ich mehrfach taeglich die Kleidung wechseln und so wird jede Minute in einem klimatisierten, mit fliessendem (kaltem) Wasser versehenen Badezimmer zum Paradies. Diese Meinung teilt unser fauler Hauptdarsteller ganz sicher nicht. Der mag es naemlich am liebsten total entspannt und deswegen
hat er auch ziemlich schlechte Laune, als er uns seine Kletterfaehigkeiten zeigen soll. Faultiere geben keinerlei Laute von sich - ausser fauchen und das kann er richtig gut. Der kleine Mann fuehlt sich an wie ein Haufen gewachster Drahtfaeden, voll mit Zecken und Insekten und bewegt sich nahezu in Zeitlupe. Nur einmal in der Woche verlaesst er die Baumwipfel. Und wofuer? Er will auf`s Klo. Also, runter vom Baum. Dann am Boden mit dem Stummelschwanz ein Loch gebuddelt und das alles im absoluten Schneckentempo. Dieser Akt der sanitaeren Entspannung kostet ihn nicht nur mehr Energie als er in den sechs Tagen zuvor verbraucht hat. Sondern auch oft genug das Leben. Vor der Klotuer warten naemlich bereits alle moeglichen Fressfeinde. Und weil wir auch mal wissen wollen, wie die Aussicht da oben ist, sind John und Dirk in die Krone eines Urwaldriesen geklettert. Richtig: John. Ich sehe den Baum, ich sehe die Klettervorrichtung und mir ist klar: diese 35 Meter schaffe ich nicht. Meine Hoehenangst zwingt mich zur Bodenstaendigkeit und der furchtlose John muss ran. Mit Kamera und allem moeglichen technischem Geraet versehen saust er immer wieder am Baum rauf und runter. Und jede Sekunde dieses Drehs lohnt sich: wunderschoene Perspektiven entstehen durch das eigens fuer uns installierte Seilzugsystem. Die Geschichte mit der Vogelspinne, die erzaehle ich dann ein anderes Mal...
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