Wenn hoch entwickelte Kulturen miteinander kommunizieren und ihr gesamtes, über die Jahrtausende erworbenes Wissen bündeln, so kann am Ende Großes dabei herauskommen. Kann. Muss aber nicht – wie mit diesem Piktogramm eindrucksvoll bewiesen wird. Aber immerhin schließt sich der Kreis, nach gut einer Woche Japan habe ich endlich verstanden, wie das mit dem „Geschäft“ funktioniert. Und es ist offensichtlich einfacher, als anfangs gedacht. Man muss sich halt nur auf das Wesentliche konzentrieren. Und das macht der Japaner ohnehin gerne: essen, schlafen, baden. Aber ich will mich nicht beschweren, denn schließlich profitieren wir von den „Drei Säulen“. Lediglich den Schlaf verschieben wir regelmäßig auf „morgen“. Die fast täglich wechselnden Drehorte machen sich bemerkbar, die Distanzen sind groß und so erreichen wir in der Regel recht spät unsere Hotels. Und da machen wir es dann wie die Schneeaffen – ab ins heiße Bad. Ein Affenweibchen hat die heißen Quellen vulkanischen Ursprungs Ende der 60iger Jahre für sich entdeckt und Generationen von Affenhorden springen seitdem jedes Jahr pünktlich mit dem ersten Schnee ins dampfende Nass.
Aber im Gegensatz zu den Rotgesichtsmakaken halten wir uns zumindest an die einfachste aller Regeln: vorher waschen. Und zwar gründlich und für alle weithin gut sicht- und hörbar. Lautes Prusten und viel Shampoo sind glücklicherweise als Beweis zugelassen und so dürfen wir für die Dreharbeiten im Pool dann zur Belohnung ausnahmsweise Badekleidung tragen - Steadicam und Freikörperkultur passen ja auch nicht wirklich zusammen.
Und last, but not least: das Essen. Man könnte auch von einer Wundertüte sprechen. Ganz selten wissen wir, was uns erwartet und fast genauso selten erfahren wir, was wir da eigentlich genüsslich verspeisen. Schleimiges, salziges und unbeschreibliches. Salzpflaumen, rohes Pferdefleisch, Aal - kurz und gut: eine Menge Leckereien kreuzen unseren Weg und dafür muss man entsprechend entspannt gekleidet sein. Wir greifen die Sitte gerne auf und passen uns den Gepflogenheiten an. Allerdings stößt unsere Gelenkigkeit mit lautem Ächzen an ihre Grenzen.
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